Alles über Sharenting und warum wir unser Kind nicht zeigen

Mutter macht ein Selfie mit ihrer Tochter. Der See ist dabei im Hintergrund.

Bereits während der Schwangerschaft wurde ich darauf angesprochen, warum ich keine oder kaum Bilder von mir als Schwangere poste. Würde ich nicht wollen, dass Freunde und Bekannte wissen, dass ich schwanger bin? Nach der Geburt ging es weiter: weit entfernte Bekannte wollten gerne Baby-Bilder sehen. Ich hätte schließlich noch nichts auf Instagram veröffentlicht. Dies veranlasste mich dazu, über Sharenting nachzudenken.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Sharenting und warum ist dieser Begriff so wichtig?

Kurzer Fakt: Der Begriff Sharenting setzt sich aus zwei Wörtern zusammen – sharing = teilen und parenting = Kindererziehung und beschreibt das Teilen von Erlebnissen und Aktivitäten der eigenen Kinder anhand von Bildern oder Videos in sozialen Medien.

Obwohl unzählige öffentliche Profile Bilder ihrer Kinder im Internet veröffentlichen, ist diese Handlung höchst umstritten und Kinderschutzbund sowie das Bundeskriminalamt warnen dringend davor, Kinderbilder in sozialen Netzwerken zu teilen.

Sechs mögliche Nachteile von Sharenting und was sie für das Kind bedeuten können

1. Die Persönlichkeitsrechte des Kindes werden durch die Veröffentlichung von Bild- und Videomaterial missachtet. Jedes Kind besitzt das Recht am eigenen Bild – und das von Geburt an! Bis zur Volljährigkeit übernehmen wir als Erziehungsberechtigte die Verantwortung für die Bilderrechte (damit ist auch Videomaterial gemeint), sollten jedoch die Zustimmung unserer Kinder (soweit sie diese erteilen können) und vor allem Jugendlichen einholen.

2. Eltern haben keine Kontrolle über die Weiterverbreitung und dem damit einhergehenden Missbrauch der Bilder ihrer Kinder.

3. Könnte unser Kind wegen in einigen Jahren peinlicher Bilder in der Schule gemobbt werden? Nicht weil die Situation (z. B. vor leckerem Eis verschmiertes Gesicht) unangemessen ist, sondern weil der Kleidungsstil später als peinlich betrachtet wird.

4. Bilder und Videos mit leichtbekleideten Kindern oder Kindern in beispielsweise Tanzposition (z. B. im Schwimmbad oder einfach während der Hitze im Sommer) sprechen Menschen mit pädophiler Neigung an.

5. Fremde erkennen das Kind und können es durch Bekanntgabe prägnanter Aufenthaltsorte (Kindergarten, Schule, Wohnadresse) ansprechen.

6. Das Kind könnte durch Missbrauch der digitalen Identität in der Zukunft Probleme bekommen.

Ist das Kind gar nicht zu zeigen eine Lösung?

Als wir uns all dieser möglichen Gefahren des Sharentings bewusst wurden und unsere Vorgehensweise diskutierten – dabei entstand gerade unsere Webseite, der Blog war in Planung und wir starteten langsam die Aktivität auf Instagram – stand die Frage im Raum, ob wir unsere Kleine (und natürlich die Große) komplett aus unserem Vorhaben ausschließen und nicht posten. Doch was wäre AusflügemitKindern ohne Kinder? Unser Account soll kein kinderfreier Raum sein! Denn wir sind eine Familie – MIT Kindern – und möchten die Persönlichkeit UNSERER Familie nicht untergraben. Kinder gehören zu unserem Leben genauso wie das Internet, das „ständige“ online sein und die Verbindung zum WLAN.

Ob ich diesen Vergleich angemessen finde? Im Blog veröffentliche ich meine Gedanken – manchmal gefiltert, manchmal wie sie eben kommen. Das ist das gute Recht am eigenen Blog und ich nutze es gern!

Bilder unserer Großen veröffentlichen wir nie ohne ihre Erlaubnis. Oft entscheiden wir uns trotz ihrer Zustimmung gegen die Veröffentlichung ihrer Bilder und manchmal – wenn wir das Bild mit einem allzu reinen Gewissen veröffentlichen – freut sie sich, wenn wir ihrer Zustimmung nachgehen.

Die Kleine kann noch nicht selbst entscheiden und wird den möglichen Folgen noch lange nicht bewusst sein. Daher übernehmen wir das Recht am Bild unseres Kindes und veröffentlichen ihre Bilder nur, wenn man sie nicht erkennt. Manchmal haben wir zu wenig Auswahl, möchten die Situation trotzdem mit euch teilen. Dann verpixeln wir ihr Gesicht. Ob dies schöner ist, als sie gar nicht zu zeigen? Ich würde sagen, es ist Ansichtssache und jede Meinung dazu ist okay.

Wir setzen ein Statement, urteilen aber nicht über andere

Ja, wir haben ein Statement gesetzt: Wir finden es nicht gut, Gesichter unserer Kinder online zu veröffentlichen und sind damit ganz klar gegen „Sharenting“. Doch jeder Account, jede Bloggerin und jede Person darf es für sich selbst entscheiden. Was wir wollen, ist, einen Reflexionsprozess anzuregen. Es gibt hier kein klares JA und kein NEIN. Das Bundeskriminalamt warnt zwar ausdrücklich davor, Kinderbilder im Netz zu präsentieren, alles andere entscheiden wir und ihr – als Eltern, Großeltern, Freunde und Familienmitglieder.

Natürlich ist ein Blog oder Instagram-Account authentischer und persönlicher, wenn Kindergesichter zu sehen sind. Wie schön ist die Freude im Gesicht der Kinder anzusehen, wenn sie nicht verpixelt sind oder eine Kapuze im Gesicht haben? Genauso amüsant und süß ist ein Bild, auf dem ein Kleinkind genussvoll das Eis schleckt und – selbstverständlich – sich dabei bekleckert!

Erinnert ihr euch an die Cheese-Challenge aus 2019? Vor nur wenigen Jahren wurde (meist quengeligen) Babys eine Scheibe Käse ins Gesicht (oder auf den Kopf) geworfen, um die Reaktion zu sehen: das Kind hörte meist auf zu weinen und viele Menschen sahen sich diese Videos an, teilten sie und fanden die Sequenzen einfach nur süß anzusehen.

Aber findet es das Kind auch süß? Auch in 5, 10 oder 15 Jahren? Was sind schöne Bilder? Was ist peinlich und was geht gerade noch durch? Unser individueller Geschmack begleitet uns täglich bei der Auswahl der Bilder, die wir online präsentieren. Nur: dieser individuelle Geschmack könnte sich mit der Zeit ändern. Sind wir auf unsere eigenen Bilder, die wir vor 10 Jahren noch sehr ansprechend fanden, immer noch stolz? Wie reagieren wir, wenn auf Geburtstagsfeiern oder der eigenen Hochzeit Bilder aus unserer Kindheit und dem Jugendalter der Gesellschaft gezeigt werden? Spätestens wenn wir auch nur ein Bild davon unpassend finden, sollten wir die Auswahl der Fotos, die wir von unseren Kindern posten, überdenken. Denn wie viele von uns haben das Sharenting bereits aus der Perspektive des Kindes erlebt?

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Schützt die digitale Privatsphäre Eures Kindes!

Es liegt in unserer Verantwortung, genau zu überdenken, welche Inhalte unserer Kinder wir online preisgeben und wie wir mit den Informationen zur Persönlichkeit unserer Kinder umgehen.

Wie steht ihr zum Thema Sharenting? Seht ihr es eher locker und teilt auch die Gesichter eurer Kinder oder verdeckt ihr diese bzw. postet eure Kinder gar nicht? 

Kommentiert gerne diesen Beitrag und beachtet dabei die Nettikette 😊

Eure

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