Meist startet im Frühling mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und längeren Tagen die neue Fahrradsaison. Viele Zweiräder erwachen aus ihrem Winterschlaf und werden für anstehende Touren und spannende Ausflugsziele fahrbereit gemacht. Bei uns Erwachsenen gestaltet sich der kleine „Frühlingsputz“ noch relativ einfach: das Rad wird aus der Garage geholt, erste kleine Checks vorgenommen, nach der erfolgreichen Luftdruck-Kontrolle eine Probefahrt unternommen und schon kann es meist losgehen. Doch wie sieht es bei den Kinderrädern aus? Passt das alte Fahrrad aus dem letzten Sommer noch oder gehört der Stichpunkt „Kinderfahrrad kaufen“ auf die To-Do-Liste?
Oder ein anderes Szenario jüngerer Familien: euer kleiner Liebling zeigt Interesse an weiteren Fortbewegungsmöglichkeiten außer seinen beiden Füßen und ist mit seinem Laufrad mehr als unterfordert? Es wird Zeit für die Anfänge eines Fahrrads!
Kinderfahrrad kaufen: die richtige Größe bestimmen
Beim Kauf eines Kinderfahrrads spielen neben einer kindgerechten Ausrichtung des Rahmens eine möglichst aufrechte Sitzposition als auch das Gewicht des Fahrrads eine wesentliche Rolle.
Mit der passenden Fahrradgröße erhält euer Kind einen besseren Überblick über die Kontrolle des Kinderfahrrads als auch die angrenzende Umwelt und den Straßenverkehr. Wiegt das Rad zu viel oder ist zu groß für das Kind, macht das Treten bald keine Freude mehr. Je geringer das Gewicht des Kinderfahrrads, desto mehr Freude hat euer Kind an der Fortbewegung auf zwei Rädern und schafft oft schon kurze bis mittellange Radtouren einfacher und mit weniger Motivationsbedarf! Man müsse sich beispielsweise nur vorstellen, wenn wir die Hälfte unseres Gewichts nach vorne bewegen müssten: Wir würden ziemlich bald die Kraft und Ausdauer verlieren oder uns nach einem leichteren Gefährt umsehen. Doch: häufig wiegen sportlichere Kinderräder (z. B. Mountainbikes) natürlich viel weniger als vollausgestattete und straßenverkehrssichere Fahrräder inkl. Licht, Schutzbleche, Reflektoren, Gepäckträger und weiterem Schnickschnack. Da bietet sich nach den Anfängen des Fahrradfahrens die Herauskristallisierung möglicher Präferenzen des Kindes und der Kompromiss aus beispielsweise eines vollausgestatteten Mountainbikes oder anderen leichten und sportlicheren Variante mit der nötigen verkehrssicheren Ausstattung.
Zur richtigen Größe fürs Kinderfahrrad
Kann euer Kind in aufrechter Sitzposition mühelos den Lenker bedienen (inkl. Bremsen und Klingel) und steht es zusätzlich mit beiden Beinen bequem auf dem Boden, ist die richtige Größe gefunden und das Kinderfahrrad kaufen kann angegangen werden. Die passende Reifengröße orientiert sich beim Kauf daher häufig an der Körpergröße sowie der Beininnenlänge eures Kindes. Das Alter des Kindes ist nicht entscheidend.
Es sind die Maße, die einen Überblick über die passende Laufrad- und Rahmengröße ausschlaggebend sind.
Fahrradgröße für die Kleinen
Erste Runden können meist ab einer Zollgröße von ca. 12‘‘ und der Körpergröße von ca. 95 cm gedreht werden. Allerdings wachsen besonders junge Kinder meist recht schnell, weshalb es unabdinglich ist, die Größe des Kinderfahrrads regelmäßig zu überprüfen. Für ein Kind im Alter von vier Jahren ist das Zwölf-Zoll-Kinderfahrrad meist schon zu klein.
Fahrradgröße ab dem Grundschulalter
Im Grundschulalter beginnen die Kinder häufig mit einem Zwanzig-Zoll-Rad, größere Kinder steigen schon auf ein 24- bis 26-Zoll-Kinderrad um. Um einen besseren Überblick zu bekommen, bieten Hersteller in ihren Online-Shops häufig eine Mindes- und Maximalkörpergröße für das jeweilige Modell an. So kommt es vor, dass für eine bestimmte Körpergröße zwei unterschiedliche Fahrradgrößen infrage kommen. Häufig entscheiden sich Eltern beim Gedanken, ein neues Kinderfahrrad zu kaufen, für die größere Variante, in die ihr Kind „hineinwachsen“ soll und vergessen dabei die Unhandlichkeit und damit erschwerte Mobilität, die das Kind bewältigen muss.
Stellen wir uns doch mal vor: Ein Fahrrad in unserer optimalen Größe ist gerade nicht vorrätig und wir greifen zu einem nur um wenige cm größeren Rad. Was passiert? Unsere Füße kommen nicht so auf dem Boden auf, wie wir es uns wünschen würden und das gesamte Rad fühlt sich nicht optimal für unseren Körper an. Wir müssen uns weiter nach vorne beugen, um den Lenker adäquat bedienen zu können und bekommen bei längeren Touren schneller Rückenschmerzen. Dass ein Kind diese Haltung über Monate – bis es in die größere Variante hineingewachsen ist – aushalten muss, muss nicht sein, weswegen wir auf die richtige Größe beim Kinderfahrradkauf setzen.
Die richtige Fahrradgröße für jedes Alter selbst ermitteln
Das Maß des Kinderfahrrads in Zoll bestimmt heutzutage also nicht immer die tatsächlich passende Fahrradgröße. So kann es vorkommen, dass ein Kinderfahrrad mit 24 Zoll beim Filtern in der Online-Datenbank für Körpergrößen von z. B. 110 cm bis 144 cm empfohlen wird.
Hier liegt doch aber jahrelanges Wachstum dazwischen!
Erwägt ihr also, ein Kinderfahrrad kaufen zu wollen, empfehlen wir, den im Onlineshop angebotenen Bike-Finder zu nutzen.
Häufig macht es Sinn, die Schrittlänge eures Kindes beim Fahrradkauf zu Hilfe zu nehmen, um die wirklich passende Größe zu finden. So wird diese in vier Schritten gemessen:
- Stellt euer Kind ohne Schuhe und Hose an eine gerade Wand
(Leggins, Unterhose oder sonstige weiche Hosen sind natürlich erlaubt! Es gilt, starre Hosen wie Jeans, für die Messung auszuziehen, da sie das Ergebnis verfälschen können.)
2. Klemmt ein Buch senkrecht zwischen die Oberschenkel und schiebt es so weit wie möglich nach oben
3. Bittet euer Kind, nun zur Seite zu gehen oder lasst es von einer zweiten Person wegheben
4. Messt mit einem Maßband oder Zollstock den Abstand vom Boden bis zur oberen Kante des Buches
Das Ergebnis in cm ist nun die gemessene Schrittlänge und kann bei der Suche nach der richtigen Größe des Kinderfahrrads entscheidend sein.
Die folgende Tabelle kann helfen, mit der Messung der Beininnenlänge die richtige Zoll-Größe zu bestimmen:
Die richtige Einstellung von Sattelhöhe und Lenker
Neben der passenden Größe eures Kinderfahrrads und seiner Geometrie spielen die richtige Einstellung des Sattels als auch die Höhe des Lenkers eine wesentliche Rolle in der Fahrsicherheit und der Freude beim Radeln. Durch eine optimale Einstellung beherrscht euer Nachwuchs sein Rad schneller und wird sicherer im Umgang insbesondere in Gefahrensituationen, die z. B. ein zügiges Brems- oder Lenkmanöver erfordern.
Die Einstellung des Sattels sollte so vorgenommen werden, dass euer Kind den Boden mit beiden Zehen und Fußballen gleichzeitig mühelos erreichen kann.
Die passende Lenkerhöhe ist dann erreicht, wenn das Becken eures Kindes leicht nach vorne gebeugt ist und das Kind gleichzeitig keine Mühe hat, nach vorne zu sehen. Der Rücken befindet sich gerade im leichten Hohlkreuz, was der gesunden S-Form entspricht.
Handbremse vs. Rücktrittbremse beim Kinderfahrrad
Muss man sich die Frage der Entscheidung bei einem Kinderfahrrad überhaupt stellen? Besteht bei den kleinsten Fahrrädern bereits eine Auswahlmöglichkeit zwischen den beiden Bremsmöglichkeiten? Diese Fragen beleuchten wir im diesem Abschnitt näher. Zudem möchten wir uns mit den Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Bremsmöglichkeiten befassen.
Während Fahrräder für Erwachsene nur noch selten mit Rücktrittsbremsen ausgestattet sind, werden diese bei Kinderfahrrädern umso häufiger verbaut. Sollte euer Kind also das Fahrradfahren mit einer Rücktrittsbremse verinnerlicht haben, bedeutet es, dass es dies irgendwann im Lebenslauf umlernen muss. Da Kinder jedoch intuitiv mit der Rücktrittsbremse bremsen, setzen Verkäufer und Eltern in erster Linie gerne auf diese Art der Bremse. Auch kann euer Kind damit im Abbiegevorgang beide Hände am Lenker lassen, ohne zusätzlich die Bremse bedienen zu müssen. Allerdings wiegt die Rücktrittsbremse aufgrund der schweren Nabe etwas mehr und die Bremsintensität lässt sich wohl etwas schwerer dosieren. Auch das Anfahren fällt Kindern nicht so leicht, da die Pedale meist durch das Anheben oder Anrollen des Fahrrads verstellt werden müssen, während ein Kinderfahrrad, das mit der Handbremse ausgestattet ist, im Stand angefahren werden kann.
Insbesondere die kleinen Kinderfahrräder werden fast alternativlos mit einer Rücktrittsbremse ausgeliefert. Dies hat den Grund, dass sich das Kind neben dem Tritt in die Pedale besonders auf die Lenkung konzentrieren muss. Wird es zusätzlich durch weitere nötige Hantierungsmöglichkeiten abgelenkt, leidet häufig die Sicherheit, wenn schnelles und intuitives Bremsverhalten erforderlich ist.
Unser Fazit zum Kinderfahrrad kaufen: Ein Kind sollte mit so einfacher Technik wie nur möglich das Radfahren erlernen und aber nach der Beherrschung dieser noch in jungen Jahren (beispielsweise im Grundschulalter) die Möglichkeit bekommen, sich auf die Handbremse einlassen zu können. Doch: Auch hier entscheidet im besten Fall euer Kind während ihr gemeinsam ein Kinderfahrrad kauft.
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